Die Geschichte

Der Wildberger Weihnachtsmarkt findet am 30. November und 1. Dezember zum 27. Mal statt. Vieles ist in diesem Vierteljahrhundert zur Tradition geworden, anderes hat sich verändert. Vor allem der Name: Seit einigen Jahren wird in der Schäferlaufstadt die „Turm-Weihnacht“ gefeiert.

Die Änderung des Namens lag für die Organisatoren von „Für Wildberg e.V. Bürger- & Gewerbering“, dem früheren Gewerbeverein, nahe. Die Stadt ließ in der Turmgasse ein altes Gebäude sowie mehrere Garagen abreißen und anschließend das Gelände rund um den geschichtsträchtigen Arrestturm herrichten. Daraus ergaben sich ganz neue Möglichkeiten. Es entstand eine großzügige, offene Fläche – ideal, um den Mittelpunkt des Weihnachtsmarkts dorthin zu verlagern.

Diese neue Ausrichtung wäre erst gar nicht möglich gewesen, wenn sich nicht 1991 eine handvoll Gewerbetreibende in Wildberg etwas Besonderes zur Weihnachtszeit überlegt hätten. In einer privaten Initiative stellten sie gemeinsam eine kleine Veranstaltung – sozusagen den Ur-Weihnachtsmarkt – auf die Beine. Damals hatten sie ziemliches Pech, es regnete und regnete und regnete.

Nun war aber die Idee eines Wildberger Weihnachtsmarktes in den Köpfen der Menschen verankert. Und so kam es, dass sich 1992 – also vor genau 25 Jahren – einige Gewerbetreibende mehr unter der Leitung von Eva Hauke, Volkmar und Gisela Schmelzle, Sigmund Seeger und Fritz Kümpflein anschlossen und der erste offizielle Weihnachtsmarkt angekündigt wurde.

Vor dem damaligen Laden der Firma Kümpflein und gegenüber, entlang der Talstraße, machten 18 Stände die Weihnachtsmarkt-Premiere zu einem großen Erfolg – inklusive Rahmenprogramm und einem Besuch des Nikolauses.

Nur ein Jahr später hatte sich die Hüttenanzahl nahezu verdoppelt und die Veranstaltung war vom Kümpflein-Parkplatz in die Altstadt gewandert. Das Landratsamt habe nicht gestattet, dass der Weihnachtsmarkt links und rechts der Bundesstraße stattfinde, erinnert sich Volkmar Schmelzle. Das wurde als zu unsicher eingestuft, weil die Besucher die Fahrbahn überqueren mussten. Aber die urigen Wildberger Gassen eigneten sich wunderbar als Veranstaltungsort.

Und der Veranstalter war nun ein anderer – der mit stolzen 40 Mitgliedern frischgegründete Wildberger Gewerbeverein. Jeder der dem Verein angehörte, beteiligte sich damals auch auf irgendeine Weise am Weihnachtsmarkt. Bis heute sind es vor allem die Gewerbetreibenden, die den Besuchern den Glühwein kredenzen, den Punsch anrühren, die Würstchen grillen und den Flammkuchen backen.

Eine liebgewonnene Tradition ist die Krippe im Torbogen des Arrestturms. Volkmar Schmelzle hat die lebensgroßen Figuren 1993 gestaltet. Er hegt und pflegt sie, er hat sie zwischendurch neu ausgestattet und er übernimmt Jahr für Jahr die Dekoration der Krippenszene. Wer den Weihnachtsmarkt besucht, bleibt stehen und entdeckt unzählige wunderbare Details in der Szenerie.
Weil die Krippe zum Weihnachtsmarkt in Wildberg einfach dazugehört, war der Aufschrei unter den Besuchern 2011 groß, als über Nacht das Jesus-Kind aus der Strohwiege verschwand. Zum Glück hatte die Geschichte ein Happy End. Nachdem Gisela Schmelzle in der Zeitung an die „Entführer“ appellierte, die Puppe einfach wieder zurückzulegen, lag das Kindlein eines Morgens tatsächlich wohlbehalten vor einer Haustür.

Im Laufe der 25 Jahre Weihnachtsmarkt gab es viele Neuerungen, die zur großen Beliebtheit der zweitägigen Veranstaltung beigetragen haben. So ist das Marktgeschehen beispielsweise immer weitergewachsen – in die Gassen der Altstadt, auf den Schulhof der Grundschule bis hin zu den Parkplätzen entlang der Stadthalle. Das Programm ist immer umfangreicher geworden. Heute regnet es Sterntaler für Groß und Klein, es werden Weihnachtsgeschichten vorgelesen, immer wieder sind musikalische Beiträge eingeplant. Und natürlich kommt immer noch jedes Jahr der Nikolaus.

Einer war übrigens bei fast jedem Weihnachtsmarkt mit dabei: Esel Eddy aus Gültlingen. Das Langohr ließ sich mit einer Engelsgeduld streicheln und war vor allem für die Kinder ein absolutes Highlight. Nun reichte Eddy den Stab weiter. Altersbedingt hat er das Weihnachtsmarkt-Jubiläum nicht mitgefeiert. Dafür haben ein paar Schafe, Esel Crossy und Pony Polly vom Schafhof der Familie Bauer übernommen.